Die Pferdestärken stehen in ihren Boxen und schauten mich mit ihren Windschutzscheiben an.
Unweigerlich denke ich mal wieder an Knöllchenbakterien. Was machen die wohl in ihrer Freizeit?
Bei der Berechnung von Körnungslinien fand ich die Lösung.
Knöllchenbakterien rodeln in ihrer Freizeit Körnungslinien runter.
Das ist die Zeit, in der ich meine Probleme nicht nach guter Enterprise Sitte auf den Schirm sondern auf den Scanner packe. Frei nach dem Motto: die kleinen Bits werden es schon richten.
G. K. 1998
rattenvogel - 1. Sep, 00:27
40 Jahre nach der großen Studentenbewegung im Jahr 1968 wurde Jedermanns Bütt 60 Jahre alt. An seinem Geburtstag lud er zu einer „Greatest Memories“ Fete im Keller der Universität Heidelberg ein.
Wie in alter Zeit spielte die Studentenband der Ehemaligen die alten Protestsongs und da auch im Jahr 2008 das Haschisch immer noch verboten war, roch es in einigen Ecken des Kellers einfach nur wunderbar aromatisch.
Als die letzten Gäste gegangen waren, trank Jedermanns Bütt ganz gemütlich noch ein (oder mehrere) Gläschen Rotwein, rauchte ein Pfeifchen und ließ seine Gedanken frei umherfliegen.
Herby tauchte langsam aus dem Nichts auf und bremste vor Audreys Blumentopf, die keine Autos ausstehen konnte. Wütend griff sie mit einer Wurzel nach dem Wagen. Dabei weckte sie eine radioaktiv verseuchte Spinne, die in ihrem Blumentopf schlief. Die Spinne fühlte sich in ihrer Ruhe gestört und biss Audrey in die Wurzel. Anschließend verschwand sie unter der Motorhaube von Herby.
Aus der wilden Audrey II wurde augenblicklich eine zärtliche Pflanze und Herby ließ vorsichtshalber den Motor an. Dabei fühlte sich die Spinne mal wieder gestört und quittierte die Störung mit einem Biss in die Benzinleitung.
Nun schauten sich Herby und Audrey ganz verzaubert an. Sie küssten sich und liebten sich eine ganze Nacht hindurch. Als die Sonne am Horizont auftauchte, hingen viele kleine Autos an Audreys Wurzeln.
Instinktiv griff Jedermanns Bütt nach den kleinen Herbys. Gleichzeitig griff er auch zur Flasche, um sich die letzten Tropfen Wein in das Glas zu schütten. Bei dieser Griffkombination verlor er aber die Kontrolle über sich.
Als Jedermanns Bütt zu sich kam, hielt er zwei laut hupende kleine Herbys in den Händen. Ganz benommen ging er zum Ausgang und atmete tief durch. Es regnete und als die kleinen Autos die ersten Regentropfen abbekamen, hörte das Hupen auf und ihre Motoren sprangen an. Ohne sich zu wundern stellte Jedermanns Bütt die beiden Autos auf den Boden und schlich nach Hause. Die kleinen Käfer folgten ihm.
Gegen Abend wachte Jedermanns Bütt mit Kopfschmerzen auf und als er aus dem Fenster schaute, erschrak er. Vor dem Haus standen zwei grünlich-weiß schimmernde Käfer.
Nach einem verspäteten Aspirin-Frühstück und einer kalten Dusche standen die beiden Autos immer noch vor der Tür. Jedermanns Bütt ging auf die Straße und schaute sich die Autos genauer an.
Die Karosserie bestand aus einem Kalk-Pflanzengemisch und unter der Motorhaube verbarg sich eine merkwürdige Pflanze, an deren Verästelungen große, mit Luft gefüllte Ballons hingen. Die Wurzeln befanden sich im Unterboden des Wagens, der mit Wasser gefüllt war.
Auf dem Armaturenbrett lag eine Gebrauchsanweisung. Er studierte sie ganz genau. Danach machte er eine lange Probefahrt.
Am anderen Tag meldete er den Wagen als neue Pflanzenzüchtung zum Patent an und schrieb für eine botanische Fachzeitschrift einen Aufsatz über die neue Pflanze.
Viele Großgärtnereien interessierten sich für die neue Autopflanze „Audry-herb“ und Monate später konnte die Autopflanze per Katalog bei den großen Versandgärtnereien bestellt werden.
Die ursprüngliche Gebrauchsanweisung ließ Jedermanns Bütt verschwinden und schwor sich, nie wieder zu kiffen.
G. K. 1993
rattenvogel - 26. Aug, 00:03
Die Milbe Klein hatte Angst vor unserem Staubsauger, der am liebsten Milben mit Haaren und einer Prise Vogelfutter saugt. Sie versteckte sich vorsichtshalber hinter dem Ofen und fühlte sich hier sicher und geborgen. Aber ein in der freien Wohnbahn lebendes Meerschweinchen fand diesen Flecken Erde auch nicht schlecht.
Die Milbe fand schnell ein neues Versteck. Hinter dem Herd war es warm und mollig.
Irgendwann, wurde sie durch ein Geräusch aus ihren Traum geweckt. Direkt vor ihr saß ein anderes Schwein. Es knabberte ganz entzückt an einem dicken Kabel.
Als wir anfingen den Herd auseinander zu nehmen, verscheuchten wir beide aus ihrem Versteck.
G. K. 1992
rattenvogel - 23. Aug, 16:50